BRAUCHT MAN TERMINALS FÜR ZEITERFASSUNG?

ZEITERFASSUNG IN KRANKENANSTALTEN

Für Dienstnehmer, die in einem Spital, Pflegeheim, Sanatorium oder ähnlichem Betrieb beschäftigt sind gelten besondere Arbeitszeit Vorschriften, die im Krankenanstalten-Arbeitszeitgesetz (KA-AZG) geregelt sind.

Die meisten öffentlichen Spitals Erhalter haben darüber hinaus eigene Vereinbarungen mit ihren Dienstnehmern geschlossen, die aber nicht die Bestimmungen des KA-AZG ersetzen sondern lediglich spezifizieren. Wie z.B. die zuletzt oft diskutierten Regelungen des Wiener Krankenanstalten Verbundes (KAV).

Die Unterschiede des KG-AZG zum allgemeinen Arbeitszeitgesetz (AZG) betreffen v.a. die höheren zulässigen täglichen, wöchentlichen und monatlichen Arbeitszeiten. Aber auch das KG-AZG sieht vor, dass der Arbeitgeber die tatsächlichen Arbeitszeiten, Pausen und Ruhezeiten aufzeichnen muss und dass Verletzungen der höchst zulässigen Arbeitszeiten mit Strafen sanktioniert werden. Betroffen vom KA-AZG sind nicht nur Dienstnehmer im Pflegedienst sondern explizit auch Ärzte.

Es liegt in der Natur der Sache, dass in einem Spital jeden Tag, rund um die Uhr Personal Dienst verrichten muss und dass es für sehr viele Dienstnehmer Schichtdienste gibt, die auch Wochenendzeiten inkludieren. Dadurch wird eine entsprechende Planung unerlässlich und sehr oft über EDV gestützte Systeme geführt. Nur in Ausnahmefällen wird seitens der Kontrollbehörde (Arbeitsinspektorat) die elektronische Dienstplanung auch als Nachweis der Arbeitszeitaufzeichnung anerkannt. Wie bereits in anderen Blog Beiträgen angesprochen, erfüllt ein professionelles Zeiterfassungs-System wesentlich mehr Funktionen als nur die Dokumentation von Beginn- und Endzeiten der Dienste.

Ebenfalls in der Natur der Sache liegt es, dass Dienstplanungen immer mit Abweichungen und kurzfristigen Änderungen verbunden sind und dass es auch in Spitälern flexible Arbeitszeitmodelle gibt, die es erfordern Zeitkonten pro Mitarbeiter über definierte Durchrechnungszeiträume zu führen. Dafür sind Planungssysteme meist nicht ausgelegt.

Die Einführung einer betriebswirtschaftlichen, leistungsbezogenen Kostenrechnung wird zunehmend auch in Spitälern, Sanatorien oder Pflegeanstalten gefordert und einigen Anstalten auch umgesetzt. Da der Faktor Arbeit in den meisten Spitälern zu den wichtigsten Kosten Verursachern zählt wird es immer wichtiger die Arbeitszeiten der Mitarbeiter auch den jeweiligen Tätigkeiten und Funktionen eines Spitals richtig zuzuordnen. Welcher Spitals Erhalter kennt heute die tatsächlichen Kosten die eine bestimmte Leistung (z.B. eine Blindarmoperation) verursacht?

Moderne Zeiterfassungs-Systeme sind in der Lage zusätzliche Merkmale der Anwesenheitszeiten zu erfassen und zu verarbeiten. In der Betriebswirtschaft wird dies als Betriebsdaten-Erfassung bezeichnet und zählt zu den selbstverständlichen Instrumenten eines industriellen Controlling Systems. Es erfordert keinen unermesslichen Aufwand die Anwesenheits-Zeiterfassung in einem Spital um die Funktion Betriebsdatenerfassung oder Leistungserfassung zu erweitern.

Ein weiterer Zusatznutzen den die meisten Zeiterfassungs-Systeme bieten ist die Integration eines Zutritts-Kontrollsystems. In jedem Spital gibt es unzählige Bereiche, die nur von bestimmten Personen betreten werden dürfen. Insbesondere Qualitätsmanagement Anforderungen erfordern die Dokumentation darüber, wer sich wann und wie lange in bestimmten Bereichen aufgehalten hat. Gerade dafür eignen sich Lösungen, die die Zutritte mittels elektronischer Systeme und Mitarbeiter Identifikation (Ausweise/Chips) in Ergänzung zur Zeiterfassung regeln und dokumentieren.