GeCOTime: Zeiterfassungssystem für Österreich

Zeiterfassung bei Geringfügiger Beschäftigung

Eine Zeiterfassung bei Geringfügiger Beschäftigung schützt Arbeitgeber und Arbeitnehmer vor unliebsamen Überraschungen nach allfälligen Prüfungen der Lohn- und Sozialabgaben.

Die Form der Geringfügigen Beschäftigung wurde in Österreich in den 1990er Jahren eingeführt. Zweck dieser Form der Beschäftigung ist es, dass Arbeitgeber (AG) und Arbeitnehmer (AN) von der Zahlung von Sozialversicherungsbeiträgen entlastet werden, wenn das Beschäftigungsverhältnis regelmäßig nur wenige Wochenstunden umfasst. Der Begriff der Geringfügigen Beschäftigung findet daher v.a. im Sozialversicherungsrecht seinen Niederschlag.

Definiert wird dieses Beschäftigungsverhältnis aber nicht durch die Arbeitszeit sondern durch die Höhe des Entgelts. Derzeit (2018) beträgt die Höchstgrenze dafür € 438,05 pro Monat. Für jedes Beschäftigungsverhältnis dessen Entgelt maximal € 485, 05 brutto pro Monat beträgt müssen keine AN- und AG-Beiträge für Kranken-. Pensions- und Arbeitslosenversicherung entrichtet werden. Der AG ist lediglich zur Zahlung des Unfalls Versicherungsbeitrags (derzeit 1,3%) verpflichtet. Der geringfügig Beschäftigte AN muss keine Beiträge zur Sozialversicherung leisten. Es besteht aber die Möglichkeit einer freiwilligen Kranken- und Pensionsversicherung bei der Zuständigen Kasse.

Geringfügig Beschäftigte sind daher in der Regel nicht Kranken-, Pensions- und Arbeitslosen versichert. Das ergibt eine Ersparnis der Sozialabgaben (AG und AN) in Höhe von deutlich über 30%. Das Geringfügig Beschäftigte Einkommen kürzt auch nicht die Zahlungen vorzeitiger Pensionen, Arbeitslosen- und Karenzgelder. Lohn- und Einkommensteuer ist vom Einkommen der Geringfügigen Beschäftigung nur dann zu bezahlen, wenn die Summe aller steuerpflichtigen Einkünfte € 11.000,00 pro Jahr übersteigt.

Seit Einführung dieser Beschäftigungsform steigt die Zahl der Betroffenen stetig und rasant. Daher legen auch Prüfer der Lohnsteuer und Sozialabgaben ein besonderes Augenmerk auf Geringfügig Beschäftigte. Und hier kommt das Thema der Zeiterfassung für Geringfüge Beschäftigung zum Tragen. Geringfügig Beschäftigte unterliegen Arbeitsrechtlich keinen Ausnahme- und Sonderbestimmungen. Urlaubsanspruch, Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall, Pflegeurlaub, Sonderzahlungen, so wie Gründe und Fristen für Kündigungen seitens AG und AN gelten gleich, wie für alle anderen Beschäftigungsformen. Somit sind auch Arbeitgeber zur Aufzeichnung der Arbeitsstunden verpflichtet.

Selbstverständlich müssen Geringfügig Beschäftigte bei der zuständigen Sozialversicherungsanstalt gemeldet werden. Neben dem vereinbarten Entgelt sind bei der Sozialversicherung auch die Einstufung der Tätigkeit und die Zahl der Wochen-Arbeitsstunden anzugeben. Der so errechnete Brutto-Stundenlohn/-Gehalt darf die kollektivvertragliche Mindestgrenze nicht unterschreiten. Leider wird auf diesen Aspekt seitens der AG sehr oft vergessen. Wenn nun der AG den oder die Geringfügig Beschäftigten nicht am Zeiterfassungssystem teilnehmen lässt besteht große Gefahr, dass im Rahmen einer Prüfung die tatsächliche, durchschnittliche Wochenarbeitszeit – oft auch auf Basis der Aussagen betroffener AN – so angesetzt wird, dass bei Einhaltung der kollektivvertraglichen Mindestentgelte die Geringfügigkeitsgrenze überschritten wird. In diesen Fällen kommt es zu Nachforderungen der Sozialabgaben. In der Regel bedeutet dies, dass der AG deutlich über 30% des Entgelts plus allfällige Pönalen nachträglich abliefern muss und die AN-Anteile vom AN nachfordern kann.

Zeiterfassung für Geringfügig Beschäftigte ist daher sowohl für AG als auch für AN ein Schutz vor unangenehmen und teuren Überraschungen. Da Geringfügig Beschäftigte zwangsläufig Teilzeit Beschäftigte sind empfehlen wir dazu auch folgenden Beitrag zu lesen: https://www.gecosoft.at/blog/zeitsaldenberechnung-bei-teilzeitmitarbeitern/