Einfache Urlaubsplanung mit Hilfe der Zeiterfassung von Gecosoft

Ungewollte Urlaubsverlängerung

Wer den Dienst nach dem Urlaub durch eigenes Verschulden oder Fahrlässigkeit nicht wie vereinbart antritt hat keinen Anspruch auf Entgeltfortzahlung. Ob eine unverschuldete Dienstverhinderung nach dem Urlaub als Urlaub oder sonstige bezahlte Abwesenheit gewertet wird muss im Einzelfall geprüft werden.

Unabhängig von zahlreichen kollektivvertraglichen Sonderregelungen oder Betriebsvereinbarungen regelt das Urlaubsgesetzt (UrlG) die Rahmenbedingungen für Ansprüche und Konsumation bezahlter Urlaube für alle österreichischen Dienstnehmer. Wann und wie lange ein Arbeitnehmer seinen bezahlten Urlaub konsumiert ist nach §4.(1) UrlG immer zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer explizit zu vereinbaren. Daraus ergibt sich auch Zeitpunkt des Wiederantritts des Dienstes nach dem Urlaub. Auch im Sinne der Einhaltung dieser arbeitsrechtlichen Vorschrift ist der Einsatz eines Zeiterfassungssystems hilfreich, da in der Regel damit Planung und Genehmigung von Urlaubszeiten entsprechend dokumentiert wird.

Wenn ein Arbeitnehmer nach Konsumation seines vereinbarten Urlaubs nicht zum Dienst erscheint, ist dies einem Nichterscheinen zum Dienst an einem „gewöhnlichen“ Arbeitstag gleichzusetzen. Der Arbeitnehmer hat seinen Arbeitgeber unverzüglich über Gründe und die voraussichtliche Dauer der Dienstverhinderung zu unterrichten. Dienstverhinderungen mit Anspruch auf Entgeltfortzahlung sind z.B. Krankheiten, Pflegefälle oder andere wichtige Gründe, wie z.B. familiäre Umstände (Todesfälle) oder öffentliche Pflichten (Gericht). Darüber hinaus gibt es eine Reihe von Gründen die nicht im Verschulden des Arbeitnehmers begründet sind oder nicht vorhersehbar sind und im Allgemeinen als „höhere Gewalt“ bezeichnet werden.

In Bezug auf   Dienstverhinderung nach dem Urlaub zählen zu den Fällen höherer Gewalt v.a. verspätete oder stornierte Flug- oder Zugverbindungen, Wetterbedingte Verspätungen und ähnliches. Arbeitnehmer können Entgeltansprüche für unverschuldete Dienstverhinderung nur geltend machen, wenn sie den Arbeitgeber zum frühesten möglichen Zeitpunkt über den Grund der Dienstverhinderung informieren.

Wer allerdings durch fahrlässiges Verhalten oder eigenes Verschulden seinen Dienst nach dem Urlaub nicht rechtzeitig antreten kann (Versäumter Flug oder Zug, zu späte Abreise mit dem PKW trotz bekannter Verkehrsbehinderungen, Wahl unsicherer Verkehrsmittel, etc.) hat keinen Anspruch auf Entgelt und liefert dem Arbeitgeber unter Umständen einen Entlassungsgrund.

Wenn eine Dienstverhinderung ohne Eigenverschulden eintritt, also Entgeltanspruch besteht ist zu entscheiden, ob die Abwesenheit dem Urlaubskonto oder einem anderen Abwesenheitsgrund zugeordnet wird. Hier hängt dies v.a. von der Dauer der Abwesenheit ab und ob die Zeit der Dienstverhinderung dem Arbeitnehmer als Erholungsmöglichkeit im Sinne des UrlG zugeordnet werden kann.