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Durchrechnungszeiträume / Bandbreitenmodelle in der Zeiterfassung

Im Zuge der Flexibilisierung der Arbeitszeit wurden von den Sozialpartnern Durchrechnungszeiträume definiert und in den einzelnen Kollektivverträgen verankert.

Abhängig vom Kollektivvertrag können unterschiedliche Durchrechnungszeiträume zur Anwendung gebracht werden.

In Abhängigkeit der Länge eines Durchrechnungszeitraumes können die Normalarbeitszeiten einer Woche auf bis zu 50 Stunden erweitert werden. Diese müssen aber im Durchrechnungszeitraum von 13 Wochen ausgeglichen werden.

Wenn man den Durchrechnungszeitraum auf 52 Wochen erweitern möchte, beträgt die maximale Wochenarbeitszeit 45 Stunden Normalarbeitszeit.

In einem Durchrechnungszeitraum sind alle Plusstunden als Mehrarbeit zu bewerten, d.h. die Zuschläge für diese Stunden sind laut Kollektivvertrag zu berechnen.

Falls nach Ablauf eines Durchrechnungszeitraumes positive Mehrarbeitsstunden stehen bleiben, können diese mit einem 50% Zuschlag ausbezahlt werden. In manchen Kollektivverträgen ist auch ein Übertrag in die nächste Durchrechnungsperiode als Alternative vorgesehen.

In der elektronischen Zeiterfassung muss für die Verwendung von Durchrechnungszeiträumen die Möglichkeit bestehen, frei definierbare Konten einzurichten, welche auf die unterschiedlichen Zeiträume eingestellt werden können. In den Wochen, in welchen die durchschnittliche Sollzeit überschritten wird, werden die Stunden auf das Bandbreitenkonto gut geschrieben, in den Wochen mit geringerer Sollzeit kann aus diesem Pool die fehlenden Stunden entnommen werden.

Dieser Abgleich kann im Normalfall automatisch durchgeführt werden, es besteht aber auch die Möglichkeit, die Änderungen manuell durchzuführen.

Ein sehr komfortables Werkzeug für die Planung der langen und kurzen Perioden finden wir in der Personaleinsatzplanung. Die Personaleinsatzplanung kann Wochenweise die Einsatzzeiten der Mitarbeiter vortragen und bei einer direkten Verbindung zur Zeiterfassung werden diese Planzeiten als Sollzeit übernommen.

Je nach Kollektivvertrag müssen die Änderungen der Sollzeiten 2 – 3 Wochen im Voraus bekanntgegeben werden. Bei kurzfristigen Änderungen können die Mehrarbeitsstunden nicht in das Bandbreitenkonto gerechnet werden, sondern müssen mit dem normalen Überstundenzuschlag verrechnet werden. Die kurzfristige Änderung unterbricht dabei nicht den Durchrechnungszeitraum, sondern wird, sofern die Sollzeitänderung wieder im normalen Vorwarnbereich liegt, auf den voreingestellten Zeitraum als Mehrarbeit gerechnet.

 

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