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SMARTPHONE- UND TABLETT-ARBEIT IN DER ZEITERFASSUNG

Aktuelle Diskussionen über geplante Gesetzesänderungen in Frankreich führen auch in Österreich zu neuen Diskussionen über die Arbeit mit vernetzten, mobilen Geräten außerhalb des Büros und nach Dienstschluss.

Grundsätzlich ist die arbeitsrechtliche Grundlage in Österreich offensichtlich eine andere als in vielen anderen Ländern, denn das österreichische Arbeitszeitgesetz (AZG) definiert und regelt die Arbeitszeit von Arbeitnehmern ziemlich klar.

Natürlich ist es auch in Österreich verbreitet, dass Arbeitnehmer über ihr Smartphone oder Tablett auch nach Dienstschluss Emails lesen und beantworten. Vor allem wenn das mobile Endgerät vom Arbeitgeber zu Verfügung gestellt wird. Ein Anruf vom Kollegen oder Chef kommt auch vor wenn der Dienstgeber nicht mehr (oder noch nicht) am Arbeitsplatz ist. Ob der Arbeitgeber seine Mitarbeiter zwingen kann über diese Medien auch in der Freizeit erreichbar zu sein ist gemäß österreichischem Arbeitsrecht eher zu bezweifeln, denn das Arbeitszeitgesetz, Urlaubsgesetz, Arbeitsruhegesetz und Feiertagsruhegesetz setzen hier klare Regeln. Jedenfalls sind das Beantworten geschäftlicher Emails oder ähnliche Tätigkeiten als Arbeitszeit im Sinne des AZG zu werten.

Wer auch außerhalb der „Geschäftszeiten“ Leistungen für seinen Arbeitgeber erbringt hat ein Anrecht dafür entlohnt zu werden. Dafür ist es natürlich notwendig diese Arbeitszeiten mittels Zeiterfassung zu dokumentieren.

Moderne Zeiterfassungssysteme haben viele Möglichkeiten Beginn- und Ende der Arbeitszeiten zu erfassen. Darüber finden Sie auch einige Beiträge im Gecosoft Blog (z.B.: http://www.gecosoft.at/blog/terminals-web-terminal-und-smartphone-app-in-gecotime-zeiterfassung/ ). Mit den Standard-Methoden (z.B. APP oder Webterminal) ist natürlich auch die Erfassung der Arbeit am Smartphone außerhalb der normalen Arbeitszeit möglich.

Es ist auch denkbar die „Online-Zeiten“ eines mobilen Gerätes auszuwerten und über entsprechende Schnittstellen direkt in das Zeiterfassungssystem zu übertragen. Eine Herausforderung wird es dabei sein zu unterscheiden, ob die Online-Zeiten auch immer Arbeitszeiten im Sinne des AZG sind und ob die Onlinezeiten in einem Zeitraum liegen, die über andere Methoden (z.B. Zeiterfassungsterminal) bereits als Arbeitszeit erfasst wurden.

Wer sich als Arbeitgeber oder Arbeitnehmer in einem Österreichischen Unternehmen mit einem modernen Zeiterfassungssystem den jüngst aufgekommenen Diskussionen zu stellen hat wird wahrscheinlich auch ohne Gesetzesänderungen einen Weg zur gerechten Lösung der gestellten Fragen finden.