Arbeitszeiten erfassen leicht gemacht

FEXIBLE ARBEITSZEIT – GLEITZEIT

Die österreichische Bundesregierung sucht nach Lösungen für Ausweitung der Flexiblen Arbeitszeit.

Die Flexibilisierung der Arbeitszeit ist ein Dauerbrenner in den politischen Diskussionen und führt leider sehr rasch zu unsachlichen Aussagen von beiden Seiten der Interessensvertretungen, die uns an die Zeiten des Klassenkampfes erinnern lassen.

Das österreichische Arbeitsrecht sieht bereits seit vielen Jahren Möglichkeiten der Gestaltung flexibler Arbeitszeitmodelle vor. Die Rahmenbedingungen dazu werden im Arbeitszeitgesetzt (AZG) geregelt. In sehr vielen Branchen und Betrieben wurden auch deshalb Vereinbarungen im Rahmen von Kollektivverträgen oder Betriebsvereinbarungen getroffen, die es den Arbeitgebern und Arbeitnehmern erlauben Arbeitszeiten flexibel zu gestalten. Im Allgemeinen sprechen wir hier von „Gleitzeitmodellen“. Gleitzeit bedeutet, dass die Mitarbeiter im Rahmen vereinbarter Grenzen ihre Arbeitszeiten selbst bestimmen können und die jeweils tatsächlichen Arbeitszeiten pro Tag den Sollzeiten gegenüber gestellt werden. Allfällige Zeitguthaben oder „Minus-Stunden“ werden dann in definierten Zeiträumen durch Mehr- oder Weniger Arbeit kompensiert.

Durch die Verwendung geeigneter Zeiterfassungs-Systeme ist es sowohl für Arbeitgeber als auch für Arbeitnehmer möglich über ein sogenanntes Gleitzeit-Konto täglich den Status der Mehr- oder Weniger-Stunden abzufragen.

Gleitzeit bedeutet also, dass v.a. Arbeitnehmer ihre Arbeitszeiten nach individuellen Bedürfnissen flexible gestalten können. Je nach Art der Vereinbarung und Definition der Rahmenbedingungen profitieren auch Arbeitgeber von diesen Modellen, denn es müssen für Tage an denen Mitarbeiter freiwillig die Sollzeiten überschreiten nicht zwangsläufig Überstunden Zuschläge bezahlt werden.

In der Praxis sprechen Arbeitgeber von Flexibler Arbeitszeit aber dann, wenn das Unternehmen in Abhängigkeit der Auftragslage Arbeitszeiten vorgeben kann. Auch das ist bereits heute auf Basis bestehender arbeitsrechtlicher Regelungen möglich.

Hier gibt es aber Grenzen, die das AZG vorsieht. Die Grenzen betreffen v.a. den Begriff der Normalarbeitszeit  und die damit verbundene maximale tägliche Arbeitszeit (dzt. 10 Stunden) und die maximale wöchentliche Arbeitszeit (dzt. 40 Stunden). Das AZG und viele Kollektivverträge sehen hier auch schon heute höhere Grenzen vor, wenn bestimmte Kriterien eintreten, aber Grenzen existieren natürlich.

Die laufenden Diskussionen betreffen daher im Wesentlichen die Ausweitung der derzeit festgelegten Höchstgrenzen. Für die Arbeitgeber ist dies v.a. deshalb wichtig, da heute Überschreitungen der Arbeitszeitgrenzen mit sehr hohen Strafen für die verantwortlichen Personen geahndet werden und weil Überschreitungen der Normalarbeitszeiten immer die Bezahlung von Überstundenzuschlägen von 50% bis 100% bedeuten.

Den Vertretern der Arbeitnehmer geht es hier natürlich v.a. darum zu verhindern, dass höhere Arbeitszeiten ohne entsprechende Vergütungen geleistet werden müssen.

In der Öffentlichkeit sollte daher die Diskussion nicht über „Flexiblere Arbeitszeit“ geführt werden, denn die gibt es ja bereits, sondern über die Änderung der Höchstgrenzen zulässiger täglicher und wöchentlicher Normalarbeitszeiten.