GeCOTime: Zeiterfassungssystem für Österreich

Zeiterfassung bei Geringfügiger Beschäftigung

Eine Zeiterfassung bei Geringfügiger Beschäftigung schützt Arbeitgeber und Arbeitnehmer vor unliebsamen Überraschungen nach allfälligen Prüfungen der Lohn- und Sozialabgaben.

Die Form der Geringfügigen Beschäftigung wurde in Österreich in den 1990er Jahren eingeführt. Zweck dieser Form der Beschäftigung ist es, dass Arbeitgeber (AG) und Arbeitnehmer (AN) von der Zahlung von Sozialversicherungsbeiträgen entlastet werden, wenn das Beschäftigungsverhältnis regelmäßig nur wenige Wochenstunden umfasst. Der Begriff der Geringfügigen Beschäftigung findet daher v.a. im Sozialversicherungsrecht seinen Niederschlag.

Definiert wird dieses Beschäftigungsverhältnis aber nicht durch die Arbeitszeit sondern durch die Höhe des Entgelts. Derzeit (2018) beträgt die Höchstgrenze dafür € 438,05 pro Monat. Für jedes Beschäftigungsverhältnis dessen Entgelt maximal € 485, 05 brutto pro Monat beträgt müssen keine AN- und AG-Beiträge für Kranken-. Pensions- und Arbeitslosenversicherung entrichtet werden. Der AG ist lediglich zur Zahlung des Unfalls Versicherungsbeitrags (derzeit 1,3%) verpflichtet. Der geringfügig Beschäftigte AN muss keine Beiträge zur Sozialversicherung leisten. Es besteht aber die Möglichkeit einer freiwilligen Kranken- und Pensionsversicherung bei der Zuständigen Kasse.

Geringfügig Beschäftigte sind daher in der Regel nicht Kranken-, Pensions- und Arbeitslosen versichert. Das ergibt eine Ersparnis der Sozialabgaben (AG und AN) in Höhe von deutlich über 30%. Das Geringfügig Beschäftigte Einkommen kürzt auch nicht die Zahlungen vorzeitiger Pensionen, Arbeitslosen- und Karenzgelder. Lohn- und Einkommensteuer ist vom Einkommen der Geringfügigen Beschäftigung nur dann zu bezahlen, wenn die Summe aller steuerpflichtigen Einkünfte € 11.000,00 pro Jahr übersteigt.

Seit Einführung dieser Beschäftigungsform steigt die Zahl der Betroffenen stetig und rasant. Daher legen auch Prüfer der Lohnsteuer und Sozialabgaben ein besonderes Augenmerk auf Geringfügig Beschäftigte. Und hier kommt das Thema der Zeiterfassung für Geringfüge Beschäftigung zum Tragen. Geringfügig Beschäftigte unterliegen Arbeitsrechtlich keinen Ausnahme- und Sonderbestimmungen. Urlaubsanspruch, Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall, Pflegeurlaub, Sonderzahlungen, so wie Gründe und Fristen für Kündigungen seitens AG und AN gelten gleich, wie für alle anderen Beschäftigungsformen. Somit sind auch Arbeitgeber zur Aufzeichnung der Arbeitsstunden verpflichtet.

Selbstverständlich müssen Geringfügig Beschäftigte bei der zuständigen Sozialversicherungsanstalt gemeldet werden. Neben dem vereinbarten Entgelt sind bei der Sozialversicherung auch die Einstufung der Tätigkeit und die Zahl der Wochen-Arbeitsstunden anzugeben. Der so errechnete Brutto-Stundenlohn/-Gehalt darf die kollektivvertragliche Mindestgrenze nicht unterschreiten. Leider wird auf diesen Aspekt seitens der AG sehr oft vergessen. Wenn nun der AG den oder die Geringfügig Beschäftigten nicht am Zeiterfassungssystem teilnehmen lässt besteht große Gefahr, dass im Rahmen einer Prüfung die tatsächliche, durchschnittliche Wochenarbeitszeit – oft auch auf Basis der Aussagen betroffener AN – so angesetzt wird, dass bei Einhaltung der kollektivvertraglichen Mindestentgelte die Geringfügigkeitsgrenze überschritten wird. In diesen Fällen kommt es zu Nachforderungen der Sozialabgaben. In der Regel bedeutet dies, dass der AG deutlich über 30% des Entgelts plus allfällige Pönalen nachträglich abliefern muss und die AN-Anteile vom AN nachfordern kann.

Zeiterfassung für Geringfügig Beschäftigte ist daher sowohl für AG als auch für AN ein Schutz vor unangenehmen und teuren Überraschungen. Da Geringfügig Beschäftigte zwangsläufig Teilzeit Beschäftigte sind empfehlen wir dazu auch folgenden Beitrag zu lesen: https://www.gecosoft.at/blog/zeitsaldenberechnung-bei-teilzeitmitarbeitern/

Homeworking Homeoffice remote Zeiterfassung

Zeitsaldenberechnung bei Teilzeitmitarbeitern in GeCOTime Zeiterfassung

Die Möglichkeiten zur Darstellung der erfassten Stunden sind in der GecoTime Zeiterfassung vielseitig und können auf die einzelnen Bedürfnisse eines Unternehmens angepasst werden. Somit können, je nach Dienstvertrag viele Varianten zur Berechnung der Zeiten abgedeckt werden. Diese reichen von Trivialfällen wie Sammeln der Zeiten während eines Monats bis hin zur komplexen Berechnung und Aufwertung von angefallen Stunden über einen oder mehrere Monate.

Abhängig vom Dienstvertrag muss im System konfiguriert werden, wie  die täglichen Arbeitszeiten eines Mitarbeiters geregelt sind.

  • Ab und bis wann darf/muss ein Mitarbeiter arbeiten (Rahmenarbeitszeit)?
  • Wann muss der Mitarbeiter zwingend anwesend sein (Kernzeit)?
  • Wann und wie lange sind Pausen einzuhalten?
  • etc.

Im Programm GeCOTime gibt es dafür vier Hauptbausteine: Zeitarten, Tagesmodelle, Wochenmodelle und Zeitkonten.

Zeitarten

GeCOTime erlaubt die Anlage und Definition einer unbeschränkten Zahl von Zeitarten. Typische Zeitarten, wie sie auch das Arbeitszeitgesetz (AZG) definiert sind z.B: Normalarbeitszeit, Mehrarbeitszeit, Überstunden, Reisezeit, Ruhezeit, Pause, etc..

Tagesmodelle

Ein Tagesmodell legt fest, wie mit den erfassten Arbeitszeiten eines Mitarbeiters im System umgegangen wird. Hier wird festgelegt, wann die Arbeitszeit (Rahmen- und Kernzeit) beginnt und endet und was mit den Zeiten passiert die unter oder über den vorgegebenen Zeiträumen liegen und wie Pausenzeiten geregelt werden. Dadurch wird bestimmt welchen Zeitarten die tatsächlich geleistete Arbeitszeit zugeordnet wird.

Beispiel eines Tagesmodells: Teilzeitmitarbeiter mit 5 Stunden/Tag

Beispiel eines Tagesmodells: Teilzeitmitarbeiter mit 5 Stunden/Tag

Wochenmodell

Hat man nun die entsprechenden Tagesmodelle angelegt, kann das Wochenmodell aus diesen zusammengesetzt werden. So wird z.B. festgelegt, dass ein 25 Stunden Teilzeit Mitarbeiter 5 Tage die Woche zu je 5 Stunden oder beispielsweise 3 Tage die Woche zu je 8,20 (Std,Min)  anwesend sein muss.

Beispiel eines Wochenmodells zu je 5 Stunden täglich, 25 Wochenstunden

Beispiel eines Wochenmodells zu je 5 Stunden täglich, 25 Wochenstunden

Zeitkonten

Die Stunden, in denen der Mitarbeiter über oder unter der vorgegebenen Sollzeit anwesend beziehungsweise für das Unternehmen tätig war können auf einem sogenannten SALDO Konto „gesammelt“  werden. Alle Stunden, die bis zur 40 Wochenstunde anfallen, aber über der eigentlichen Sollzeit liegen können auf ein Mehrarbeitskonto (MA) hinzugefügt werden. Wie umfangreich die Berechnung durchgeführt wird hängt vom vorab definierten Tagesmodell ab.

Der Mitarbeiter kann, wenn für ihn zugänglich seinen Stundenstand und andere Kontostände (z.B.: Urlaub) entweder auf dem Hardware-Terminal oder über das Webterminal einsehen.

Beispiel des Webterminals

Beispiel des Webterminals

Zeiterfassung von Überstunden

Zeiterfassung von Überstunden

Der Mitarbeiter hat in der Regel je nach Vereinbarung mehrere Möglichkeiten, angefallene Überstunden zu konsumieren. Überstunden sind jene Zeiten, welche über das Ausmaß der täglichen und wöchentlichen Sollzeit hinausgehen.

 

Maximale Anzahl an Überstunden

In der Regel beträgt die maximal zulässige Menge an Überstunden bei einer Vollzeitkraft 10 Stunden pro Woche und 60 Stunden im Jahr. Mittels Kollektivvertrag beziehungsweise durch eine Betriebsvereinbarung kann diese Menge jedoch höher sein.

 

Überstunden in den Lohn weitergeben

Die einfachste Art, Überstunden in der Zeiterfassung zu erfassen ist sie auf Überstundenkonten zu sammeln und am Ende des Monats in den Lohn zu exportieren. Im Lohnprogramm findet dann die Verknüpfung mit einem Betrag vollzogen.

 

Überstundenpauschale

In vielen Unternehmen ist es Usus, eine Überstundenpauschale für den Mitarbeiter zu definieren. Alle Stunden, welche im Ausmaß dieser Pauschale liegen werden nicht weiter bewertet. Übliche Pauschalen liegen bei einem Wert von 10 – 20 Stunden pro Monat. Stunden, welche über diesem Pauschalwert liegen, werden dann entweder zur Auszahlung freigegeben oder dem Zeitguthaben zugebucht.

 

Überstunden in Zeitguthaben umwandeln

Überstunden werden in manchen Fällen nicht zur Auszahlung freigegeben, sondern auf ein Zeitguthaben gebucht um dann wieder als Zeitausgleich abgebaut werden zu können. Es ist je nach Vereinbarung möglich, dass die Stunden 1 zu 1 oder auch dem Überstundenkonto entsprechend 1 zu x aufgewertet übertragen werden. Es ist beispielsweise eine 50% Überstunde mit 1,5 auf das Zeitguthaben zu buchen.

 

Sonderfälle von Überstunden

Das Einkommenssteuergesetz besagt im §68/2 dass pro Monat bis zu 10 Stunden auf angefallenen 50% steuerfrei bleiben dürfen. Dies ist für die Auszahlung relevant und sollte im Zeiterfassungsprogramm so eingegeben sein, um eine korrekte Übergabe an den Lohn zu gewährleisten.

 

Zusammenfassung: Überstunden sind sehr vielfältig gestaltbar – der Mitarbeiter sollte sich auf jeden Fall die vertraglich festgelegten Begebenheiten ansehen, damit es nich später zu Diskussionen kommt.

 

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Fast jeder besitzt einen. Einige wissen nicht, dass sie ihn besitzen, manche nutzen ihn täglich: Den RFID Ausweis. Die Technologie hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten rasant entwickelt und die entsprechenden Anwendungen begegnen uns immer häufiger im täglichen Leben. Ich behaupte RFIDs sind aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken…

 

Was ist RFID?

die kontaktlose Identifikation eines Mediums (Ausweis, Schlüsselanhänger, Armband, etc.) wird heute mittels RFID (Radio Frequency IDentification) Technologie bewerkstelligt. Bevor wir uns mit den technischen Raffinessen des RFID Chips beschäftigen wollen wir die Anwendungsmöglichkeiten erörtern. Wo also helfen sie uns bzw. bei welchen Anwendungen bedienen wir uns der RFID Medien?

 

In allen Lebensbereichen hilft und unterstützt uns die Technologie; Privat und im Berufsleben. Einige Anwendungsbereiche sind:

 

Bezahlkarten

Maestro, Visa, Master-Card, etc. sind Karten mit eingebauten RFID Chips und erlauben uns berührungslos zu bezahlen. Technisch gesehen wäre es uns möglich jeden Bezahlungsvorgang berührungslos zu erledigen. Um einen durch Missbrauch verursachten Schaden in Grenzen zu halten wurde eine Begrenzung pro Bezahlvorgang und eine Begrenzung der Anzahl der Bezahlvorgänge eingeführt.

 

Warenidentifikation

Spezielle RFID Medien werden mit dazu passenden Lesegeräten in großen Mengen ausgelesen. Mit dieser Pulk-Lesung können z.B. Waren auf einer Palette rasch erfasst werden. Eine Inventarisierung ist rasch möglich.

Würden z.B. alle Waren in einem Supermarkt mit diesen RFID Chips ausgestattet sein, könnte der Bezahlvorgang wie auch die Lagervorratshaltung automatisiert werden.

Identifizierung von Personen/Tieren

In vielen Ländern werden RFID Chips in Pässen, Personalausweis und anderen amtlichen Dokumenten verbaut. Einige Länder bedienen sich einem Chip, der unter die Haut eingepflanzt wird, sowohl beim Tier als auch beim Menschen. Neben der Identifikation des „Chip-Trägers“ können im Notfall Individuumspezifische Informationen ausgelesen werden.

 

RFID im Schlüssel

Zusätzlich zum mechanischen Fahrzeugschlüssels werden Transponder für eine elektronische Wegfahrsperren genutzt. Wird der Autoschlüssel in das Schloss gesteckt, wird der RFID Chip ausgelesen. Auch für Türschlösser wird dieses System verwendet. Ein mechanisches kopieren des Schlüssels öffnet somit die Türe nicht.

 

Kontaktlose Chipkarten

vom Skipass bis zur wieder aufladbaren Fahrkarte für öffentliche Verkehrsmittel. Von der Zeiterfassungs-/Zutrittskarte bis zur Bezahlkarte. Von der Eintrittskarte bis zur Mitgliedskarte (z.B. Fitness, Bibliothek, etc). Die Kontaktlosen Chipkarten sind überall.
RFID-Chip auf Mülltonne

In den Bezirken Kitzbühel und Kufstein wird die Müllvorschreibung nach tatsächlich gemessenere Müllentsorgung getätigt. Das auf RFID basierende Müllmesssystem wurde bereits 1993 eingeführt.

 

Welche Anwendungen u.a. noch kommen könnten:

 

Fahrzeugidentifikation
Die mit RFID ausgerüsteten Nummernschilder identifizieren sich beim vorbei fahren an Lesegeräten. Damit sind Zugangskontrollen für Garagen, Innenstadtmautsysteme, Section-Control-Geschwindigkeitsmessungen möglich. Die Gültigkeiten von Zulassung und Versicherungsschutz können so immer überprüft werden. Theoretisch ist das Erstellen von Wegprofilen auch kein Problem.
Banknoten

Um Geldfälschung vorzubeugen wird überlegt in Banknoten einen RFID Chip einzubauen. Zudem ist eine Dokumentation des Umlaufs theoretisch möglich.

 

 

Die RFID Technik:

Es gibt zwei Arten des RFID Chips: Aktiver und Passiver Transponder.

Der Passive RFID Chip braucht keine eigene Stromversorgung sondern bezieht seine Energie aus dem Induktionsfeld der Lesers. Alle modernen Zeiterfassungssysteme, Zutrittskontrollen aber auch Bezahlvorgänge im Supermarkt, in Kantinen oder auch die Benutzung an Druckern, Kaffeeautomaten, etc. nutzen diese Technologie. Passive Transponder sind aufgrund Ihrer Bauart einfach, robust und relativ kostengünstig.

Im Gegensatz zum Passiven RFID Transponder, braucht der Aktive eine eigene Stromversorgung (i.d.R. Batterie). Neben Speicherung von größeren Datenmengen ist die Reichweite der Kommunikation zur Leseeinheit das wichtigste Anwendergebiet, wie z.B. das Öffnen von Garagentoren.

 

In einem der nächsten Blogs werden die Fragen beantwortet: Welche RFID Techniken gibt es (Mifare, Legic, HiTag, etc.) – und – Was hat RFID mit NFC (Near Field Communication) zu tun?

GeCOTime: Zeiterfassungssystem für Österreich

ZEITWIRTSCHAFT und ZEITERFASSUNG

In welcher Wechselwirkung stehen diese Begriffe zueinander?

Unter Zeiterfassung wird heute meistens ein System verstanden, das aus Geräten/Modulen für die ERFASSUNG der Arbeitszeiten und einer Softwarelösung für die BERECHNUNG und AUSWERTUNG der erfassten Daten besteht und das eigentlich „Zeitwirtschaft“ heißen sollte.

Die Erfassung von Arbeitszeiten mit Hilfe entsprechender Geräte (Stechuhr) begann bereits Ende des 19. Jahrhunderts im Zuge der Industrialisierung von Herstellung und Arbeitsprozessen. Die Stechuhr wurde in Folge durch andere Geräte, wie Stempeluhr, Kontrolluhr und später durch Geräte, die auch einfache Rechenoperationen ausführen ersetzt. Kernaufgabe dieser Geräte ist aber die Erfassung und Aufzeichnung der Zeiten zu denen Mitarbeiter ihre Arbeit beginnen und beenden. Die erfassten Zeitdaten (Datum, Uhrzeit) wurden auf Scheiben „gestochen“ oder auf Karten gestempelt.

Die Auswertung und Verarbeitung dieser Zeitdaten erfolgte meist in eigenen Abteilungen der Personalbüros.

Auch wenn die Stech- oder Stempeluhr noch nicht ganz ausgestorben ist werden heute vor allem EDV Systeme für die Aufgaben der Erfassung, Berechnung und Auswertung von Arbeitszeiten eingesetzt. Zusätzlich erfordern die gesetzlichen Vorgaben über die Regelung und Aufzeichnung von Arbeitszeiten, Ruhepausen, Urlauben und anderen betrieblichen An- und Abwesenheiten komplexe Systeme.  Unter „Zeitwirtschaft“ ist daher das gesamte System zu verstehen, wobei die Zeiterfassung eben nur einen kleinen, aber wesentlichen Teil dieses Systems darstellt.

In Österreich gibt es eine gesetzliche Verpflichtung für jeden Arbeitgeber die Arbeitszeiten aller Mitarbeiter aufzuzeichnen. Grundsätzlich genügt hier eine Stempeluhr oder ein entsprechendes elektronisches System, das die täglichen Beginn und Endzeiten der Anwesenheit am Arbeitsort dokumentiert. Für solche Systeme ist der Begriff Zeiterfassung gerechtfertigt. Alleine die Berücksichtigung der Einhaltung von gesetzlichen maximalen täglichen und wöchentlichen Arbeitszeiten und Ruhepausen (Arbeitszeitgesetzt) wird aber sehr bald zeigen, dass die reine Zeiterfassung dem Arbeitgeber oft mehr Probleme als Nutzten bringt. Erst die gesamtheitliche Betrachtung und die damit verbundene komplexe Verarbeitung und Auswertung von Zeiterfassungsdaten stellt für Mitarbeiter und Arbeitgeber ein nutzbringendes System dar und erfordert somit die Bezeichnung einer „Zeitwirtschaft“.

 

Zusammenfassung / Summary

Wer im Internet nach Zeiterfassung sucht findet eine sehr große Zahl an Anbietern und Angeboten. Ob es sich dabei um „Zeitwirtschaft“ oder eben nur um Zeiterfassung handelt ist vor allem bei den ausschließlich im Online Vertrieb angebotenen Lösungen zu hinterfragen.

Auftragsdatenerfassung und Betriebsdatenerfassung (BDE)

BETRIEBSDATENERFASSUNG (BDE) und ARBEITSZEITERFASSUNG

In welcher Wechselwirkung stehen diese Begriffe zueinander?

 

BDE ist gemäß herkömmlicher Definition ein Sammelbegriff für Datenerfassung im betrieblichen Wertschöpfungsprozess. Die „Personal- oder Arbeitszeiterfassung“ ist davon eine Teilmenge. Für die meisten Anbieter von Zeiterfassungslösungen ist BDE aber ein optionales Zusatzmodul, das die erfassten Arbeitszeiten bestimmten Aufträgen, Arbeitsgängen, Tätigkeiten, Kostenträgern/-stellen oder Projekten zuordnet. In diesem Konsens ist die BDE immer mit der Personal- und Arbeitszeiterfassung verbunden und in diese integriert.

Im Folgenden versuchen wir uns mit dem Begriff „BETRIEBSDATENERFASSUNG“ auseinanderzusetzen und die darunter verstandenen Funktionen (und Lösungen) aus der Sicht der Praxis zu beleuchten.

Auf der Suche nach einer BDE Lösung wird man keine Standardlösung finden, die sich ausschließlich mit der „allgemeinen“ Betriebsdatenerfassung beschäftigt. BDE wird immer ein Teil eines Systems sein. Entweder Teil eines gesamten ERP Systems, einer Fertigungs- und Prozesssteuerung oder Teil einer HR-Lösung.

In der Betriebswirtschaftslehre wird unter Betriebsdatenerfassung (BDE) in der Regel die Erfassung aller betrieblichen Daten des Wertschöpfungsprozesses verstanden. Dazu zählen sowohl die Daten die im Fertigungsprozess entstehen als auch Daten der Logistik, Forschung, Entwicklung, Vertrieb und der Verwaltung. Gemäß dieser Definition ist die Personal- oder Arbeitszeiterfassung genauso ein Teil bzw. eine Form der BDE wie die Erfassung von Qualitätsdaten, Maschinendaten oder Lagerbewegungen.

Für viele Anbieter von ERP Lösungen und Lösungen der Produktionsplanung und –Steuerung (PPS-System) ist die BDE eine von der Personalzeiterfassung losgelöste Teilmenge ihrer Lösung. Hier werden unter BDE sehr oft Rückmeldesysteme zur Auftragsfortschrittskontrolle verstanden. Die BDE wird in diesen Fällen immer dem Fertigungs- und Herstellungsprozess zugeordnet und stellt auch eine Basis für das Qualitätsmanagement dar. Wie weit eine Maschinendatenerfassung (MDE) hier als eigenes System oder als Teil der BDE verstanden wird hängt davon ab welchem Zweck die Auswertung der Maschinendaten dient. Geht es um Daten für die Nachkalkulation, Leistungsdaten und den Auftragsfortschritt ist die MDE als Teil der BDE zu sehen. Geht es darum die Effizienz und Auslastung einzelner Maschinen und Anlagen zu bewerten und zu vergleichen wird MDE als eigenes System zu sehen sein.

Im Unterschied zu den Anbietern von ERP- und PPS- Lösungen wird BDE von den Anbietern von HR- und Zeiterfassungslösungen immer in Verbindung mit der Erfassung und Auswertung der Anwesenheitszeiten der Mitarbeiter gesehen. Personenbezogene Zeit-Daten spielen dafür eine zentrale Rolle. Hier wird der Begriff Betriebsdatenerfassung sehr oft mit „Auftragszeiterfassung“ oder „Projektzeiterfassung“ gleichgesetzt. Ziel einer BDE Lösung ist hier die kaufmännischen Bewertung von Arbeitsprozessen (Nachkalkulation) auf Basis verbrauchter Zeitwerte. Dazu ist es notwendig Zeiten zu erfassen, die für die Bearbeitung der Aufträge/Projekte von den jeweiligen Ressourcen (Anlagen, Kostenstellen, etc. und natürlich Personal) in Anspruch genommen werden.

BDE Systeme müssen daher auch in der Lage sein die ermittelten Zeiten zu bewerten, also den jeweiligen Ressourcen Kosten oder Kostensätze zuzuordnen. Ebenso dienen diese BDE Systeme dazu die Produktivität der Ressourcen und einzelner Mitarbeiter zu messen (Wieviel % der Anwesenheit wird Aufträgen, Tätigkeiten oder Projekten zugeordnet).

Reine Zeiterfassungsprogramme erfassen und verarbeiten ausschließlich Zeitereignisse (Kommen, Gehen, Anfangszeit, Endzeit, etc.) und Zeitwerte (Minuten, Stunden, Tage, etc.) und keine geldwerten Einheiten. Für die kaufmännische Bewertung von Betriebsdaten ist daher die Bewertung der Zeitdaten mit Kostensätzen notwendig. In diesem Punkt gibt es große Qualitätsunterschiede der Systemanbieter. Wie flexibel und wie differenziert geldwerte Einheiten (Lohn- und Gehaltskosten, mit oder ohne Neben- und Gemeinkosten) im System gepflegt werden können oder integrierbar sind bestimmt die Leistungsfähigkeit eines BDE Moduls. Ebenso ist die Verfügbarkeit von Schnittstellen zu anderen Systemen in der BDE ein wichtiges Qualitätsmerkmal. V.a. Schnittstellen zu PPS-, anderen HR- und Lohnverrechnungsprogrammen und Programmen der Auftragsverwaltung sind Voraussetzung für eine qualitative anspruchsvolle BDE.

Zusammenfassung / Summary

Wenn ein BDE System mehr als ein reines Rückmeldesystem (Auftragsfortschritt) eines PPS Moduls ist wird es immer eine Wechselwirkung zur Zeiterfassung geben. Dann geht es um die Erfassung und Verarbeitung von Arbeitszeiten des Wertschöpfungsprozesses. Je genauer und tiefer die kaufmännische Bewertung von Arbeitsprozessen durch ein BDE System erfolgen soll umso wichtiger ist die Integration der BDE in ein leistungsfähiges Zeiterfassungssystem. Gerade in Österreich erfordern die komplexen arbeitsrechtlichen Vorgaben eine entsprechende Software. Nur dadurch können exakte Arbeitskosten für Tätigkeiten, Aufträge oder andere Arbeitsprozesse ermittelt werden.

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