5 Minuten vor 12 Uhr

Mehrschichtmodelle in der Zeiterfassung

Um den Anforderungen eines produzierenden Betriebes gerecht zu werden, wird oft in Schichten gearbeitet. Damit können z.B. Maschinen und Anlagen optimal ausgenutzt werden und ein optimaler Betrieb ermöglicht.

Viele Unternehmen bedienen sich des Dreischichtbetriebes mit einer Früh-, einer Spät- und einer Nachtschicht. Bei einer 38,5 Stunden Woche mit einer Sollzeit von 8 Stunden plus der 30 Minuten Pause führt das zu Überschneidungen der Schichten und somit der Arbeitszeiten. Die Überschneidung kann gewollt sein um eine reibungslose Übergabe der Maschinen sicherzustellen. Ist die Überschneidung nicht gewünscht oder bei Arbeitsplätzen die nur von einer einzelnen Person bedient werden müssen, ist die Überschneidung problematisch. Wenn noch dazu eine Auslastung an den Wochenenden erstellt werden führt das rein rechnerisch dazu, dass mehr Personal zur Verfügung stehen muss als Arbeitsplätze vorhanden sind.

Dafür gibt es Abhilfe: Wir sprechen von Mehrschichtmodellen mit unterschiedlichen freien Tagen. Hierbei ist aber zu beachten, dass die Wochenarbeitszeit auch bei Schichtarbeit im Durchschnitt 40 Wochenstunden betragen muss. In einem Durchrechnungszeitraum von maximal 8 Wochen kann die Wochenarbeitszeit, je nach Kollektivvertrag bis zu 50 Stunden, mit einer Betriebsvereinbarung auf bis zu 56 Stunden pro Woche erweitert werden.

Bei einem Vier-Wochenrhythmus mit sechs Tagen Arbeit kann hier eine schöne Abdeckung, auch für die Wochenenden, gemacht werden. In der vierten Woche gibt es bei diesem Modell vier freie Tage.

Bei einem wie oben beschriebenen Schichtmodell kann durch Angabe der Schichtwoche der richtige Einstieg ins Schichtrad bewerkstelligt werden. Dadurch benötigen wir nicht Vier-Schichtmodelle mit unterschiedlichem Beginnschichten sondern nur das Modell mit dem richtigen Startdatum. Das Modell wird individual im Personalstamm hinterlegt.

Der Vier-Wochenrhythmus wird in der Realität aber nicht „starr“ angewendet werden. Durch Krankenstand oder andere Ausfallsgründe ist mehr Flexibilität gefordert.  Um den Ansprüchen gerecht zu werden gibt es eine besondere Funktion. Die einzelnen Schichten werden anhand der gebuchten Beginnzeit oder der gebuchten Endezeit automatisch ausgewählt. Dadurch kann sehr flexiebel auf Unterbesetztung in einzelnen Schichten reagiert werden ohne dass manuell eingegriffen werden muss. Bei dieser Variante muss jedoch bedacht werden, die  Ruhezeiten der Mitarbeiter zu überwachen um einer Ruhezeitverletzung vorzubeugen. Auch bei Schichtarbeiten muss die tägliche Ruhezeit von 11 Stunden eingehalten werden!

Urlaubsplanung und Urlaubsvertretung mit GeCOTime einfach planen

Der Fenstertag in der Zeiterfassung

Das Arbeitsrecht sieht vielfältige Möglichkeiten für die Behandlung arbeitsfreier „Fenstertage“ vor. Zeiterfassungsprogramme sind gefordert es richtig umzusetzen.

 

Tage zwischen einem Wochenendende und einem Feiertag liegen werden Fenstertage genannt. Fenstertage sind auch bekannt als Brücken- oder Zwickel-Tage. Diese Tage werden gerne als arbeitsfreie Tage gewählt. Ist der Fenstertag ein Freitag, haben viele Arbeitsnehme eine kürzere Sollarbeitszeit als an anderen Wochentagen. Es stellt sich die Frage, wie diese Abwesenheit in der Zeiterfassung zu bewerten bzw. zu berechnen ist. In der Praxis bieten sich drei Wege an:

  1. Urlaub
  2. Zeitausgleich
  3. Einarbeitung

 

Ad 1. Urlaub:
Urlaub muss zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer vereinbart werden. Dies gilt natürlich auch für den oder die Fenstertag(e). In der Zeiterfassung kann nun unterschieden werden wie dieser Tag zu bewerten ist. Der Urlaube kann als ganzer Tag, als Halb-Tag oder sogar in Stunden berechnet werden. Alle drei Varianten können im Rahmen des österreichischen Arbeitsrechts vereinbart werden.
Dazu muss das Zeiterfassungssystem den Urlaub nicht nur in Tagen sondern auch als Stunden oder Halb-Tag führen können. Damit kann für den Fenstertag die entsprechende Einheit an Urlaubszeit berechnet werden.

Ad 2. Zeitausgleich:
Der Begriff Zeitausgleich wird mit einer Vereinbarung über flexible Arbeitszeiten (=Gleitzeit) verwendet. D.h. im Zeiterfassungssystem gibt es für den Arbeitnehmer ein Zeit-Konto in dem die Differenzen zwischen täglich vereinbarten und täglich tatsächlich geleisteten Arbeitszeiten geführt wird.

Eine ganztägige Abwesenheit als „Zeitausgleich“, reduziert das Gleitzeitkonto um die das Arbeitssoll des Fenstertages. Wichtig: ganztägige Abwesenheit, auch im Zuge einer Gleitzeitregelung, sind zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer im Vorhinein zu vereinbaren.

Ad 3. Einarbeitung:
Das Arbeitsgesetz sieht vor, dass Fenstertage in einem Durchrechnungszeitraum eingearbeitet werden können. Diese Regelung kann Kollektivvertrag definiert sein oder es können Vereinbarungen als Betriebs- oder Einzelvereinbarung getroffen werden.

Die Soll-Arbeitszeit für den einzuarbeitenden Fenstertag wird auf andere Arbeitstage verteilt. Dabei ist zu beachten, dass die tägliche Maximalarbeitszeit von 12 Stunden nicht überschritten werden darf.

Wichtig: Da es sich bei dieser verlängerten Arbeitszeit um eine Normalzeit handelt, sind diese Stunden nicht zuschlagspflichtig.

 

Definition Durchrechnungszeitraum:

Lt. Arbeitszeitgesetz ist der Durchrechnungszeitraum (=Einarbeitungszeitraum) 13 Wochen. Die 13 Wochen müssen aufeinanderfolgend sein. Im Durchrechnungszeitraum muss auch die Woche des Fenstertages beinhaltet sein. Ein längerer Durchrechnungszeitraum kann im Kollektivvertrag und/oder in der Betriebsvereinbarung geregelt sein.

Dadurch besteht die Möglichkeit die Einarbeitungszeiten auf das ganze Jahr zu verteilen. Je grösser der Einarbeitungszeitraum ist, umso geringer wird die tägliche Einarbeitungszeit (Bandbreite). Die Berechnung für den Wert der Bandbreite ist die Anzahl der einzuarbeitenden Stunden durch die Anzahl der Jahreswochen. Dieser Wert kann zuschlagsfrei die Normalarbeitszeit erhöhen.

Beispiele für 2019:

  1. Durchrechnungszeitraum: 52 Wochen; Fenstertage: 5; Arbeitszeit: 38,5 Wochenstunden. Berechnung des Wertes für Bandbreite: 38,5/52 ≈ 0,75
    Bandbreite für zuschlagfreie Einarbeitung: 38,5 + 0,75 also 39 Std und 15 Min.
  2. Durchrechnungszeitraum: 13 Wochen; Fenstertage: 1; Arbeitszeit: 38,5 Wochenstunden.
    Berechnung des Wertes für Bandbreite: 38,5/13 ≈ 3,00
    Bandbreite für zuschlagfreie Einarbeitung: 38,5 + 3,00 also 41 Std und 30 Min.

Achtung: Die maximale Bandbreite darf 45 Stunden nicht überschreiten!

 

In der Zeiterfassung wird somit für den Einarbeitungszeitraum eine erhöhte Sollzeit hinterlegt und an den Fenstertagen wird eine automatische Abwesenheit eingesetzt. Dadurch wird die Einarbeitung zuschlagsfrei gerechnet und an den Fenstertagen wird die entsprechende eingearbeitete Zeit automatisch gegengerechnet.

Wichtig: Fenstertage werden in der Zeiterfassung nicht wie Feiertage behandelt. Z.B unterbricht ein Fenstertag nicht den Krankenstand. Auch Arbeiten am Fenstertag sind nicht mit dem Feiertagsentgelt, sondern mit normaler Überzeit zu bewerten.

 

Durch die richtige Definition/Einstellung im Zeiterfassungssysteme können zeitaufwendige Nachbesserungen vermieden werden!

 

Was geschieht bei Ausnahmen?

  • Wird ein Arbeitnehmer im Zeitraum der Einarbeitung Krank oder nimmt der Arbeitnehmer Urlaub, so gilt die Einarbeitung als erbracht.
  • Wird der Arbeitnehmer an dem eingearbeiteten Fenstertag krank, so wird im Gegenzug die eingearbeitete Zeit nicht ersetzt oder finanziell abgegolten.
  • Wird beim Arbeitnehmer das Dienstverhältnis beendet, bevor er den Fenstertag konsumieren konnte, so ist das Zeitguthaben mit 50 % Zuschlag finanziell abzugelten. Diese Regelung gilt nur für Fenstertage und nicht für andere Zeitausgleichsstunden.
Wie sensibel sind Zeiterfassungs-Daten?

Keine Zeiterfassung ist wie die andere

Keine Zeiterfassung ist wie die andere!

Wie ist das gemeint? Schließlich „stempeln“ doch die Mitarbeiter in jedem Unternehmen das gleiche: „Kommen“, „Gehen“ und eine „Pause“. Und wenn es ein bisschen Anspruchsvoller sein soll dann wir ein Dienstgang, ein Arztbesuch oder ein Kursbesuch „gestempelt“. – Das kann ja wirklich nicht so schwer sein. Wer’s glaubt wird Seelig…

 

Jedes Unternehmen ist individuell:

Hier ein paar Beispiele von Abwesenheitsgründen, die bei Unternehmen verwendet werden:
Amtsweg, Arzt, Autowerkstatt, Bereitschaft, Berufsschule, Dienstgang, Dienstreise, Ersatzruhezeit, Feiertag, Homeworking, Krank bez., Kur, Kurs, Messe, Pflegeurlaub, Pause

Reisezeit, Sonderurlaub, Umzug/Übersiedelung, Ungeklärt, Urlaub, Zeitausgleich, usw.

Selbst einfache Tages- und Wochenmodelle, die die Berechnung und Bewertung der Arbeitszeit eines Mitarbeiters vorgeben, sind mannigfaltig. Teilzeit, Vollzeit, Fixzeit, Gleitzeit, Maximalarbeitszeit pro Einheit, Überstunden, etc., sind zu definieren.

 

Ca. 800 Kollektivverträge sowie Betriebsvereinbarungen

Eine gute Zeiterfassungssoftware kann alle Kollektivverträge sowie Betriebsvereinbarungen abbilden. Eine ändern bei Gesetzesänderung bzw. bei Vertriebsvereinbarungsänderung muss möglich sein. Nicht durch Programmänderung sondern durch Parametrierung! Diese flexible Möglichkeit garantiert eine schnelle und effiziente Anpassung an neue Vorgaben. Vorhandene Einstellungen dürfen dabei nicht verloren gehen, da z.B. eine Rückrechnung auch vor der veränderten Situation möglich sein muss.

 

Menschen sind keine Roboter

Die Arbeitswelt gestaltet sich immer flexibler. Der Mensch, also der Dienstnehmer, hat mehr Möglichkeiten seine Arbeitszeit zu gestalten. Homeworking/Teleworking ist nur ein Beispiel. Die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben ist dabei notwendig. Wie lange darf jemand arbeiten? Wie ist das mit den Pausen und Ruhezeiten? Ist eine Dienstreise anders zu bewerten als ein Dienstgang? Tausend Regeln sind zu berücksichtigen. Genau da hilft eine gute Zeiterfassung. Bevor Regeln verletzt werden meldet das System die drohende Verletzung und es kann entsprechend reagiert werden.

 

Zusammenfassung

In einer Zeiterfassung sind tausende Punkte zu berücksichtigen.  Neben den standardisierten Rechenregeln sind flexible Anpassungen notwendig um den stetig wachsenden Anforderungen gerecht zu werden.

Besucher mit Zeiterfassung und Zutritt einfach verwalten

Gecosoft und Partner für Zeiterfassung

GeCOSOFT und Partner für Zeiterfassung

Zu Beginn der Zeiterfassung waren mechanische Geräte wie Stechuhren oder Stempeluhren für die Erfassung der Zeiten zuständig. Eine Zeitwirtschaft gab es noch nicht. Die Geräteanbieter waren auch die Lieferanten der Stempelkarten und somit der Systemlieferant für das Thema „Zeiterfassung“.

Heute ist das wichtigste Element einer Zeiterfassung die Software. Diese allein erfüllt aber nicht in jedem Fall alle Bedürfnisse einer Systemlösung. Oft benötigt der Anwender für die Erfassung der Arbeitszeiten der Mitarbeiter entsprechende Hardware (Terminals und Identifikationsmedien) oder entsprechende IT- und Netzwerkinfrastruktur um Zeiten über PCs oder mobile Geräte (Handy, Tablett) zu erfassen.

Darüber hinaus ist es in vielen Unternehmen sinnvoll Zeiterfassungslösungen und Lösungen für Zugangskontrolle und Betriebsdatenerfassung in einem System zu vereinigen.

Nur wenige Softwarehäuser sind gleichzeitig auch Hersteller von Erfassungsgeräten (Terminals), Identifikationsmedien (Ausweise) und nur wenige bieten Gesamtlösungen für alle verwandten Anwendungen an.

GeCOSOFT ist ein auf alle Anwendungen, rund um das Thema Zeiterfassung spezialisiertes Systemhaus. Neben den GeCOTime Produkten (Software und Hardware) pflegt GeCOSOFT eine enge Zusammenarbeit mit vielen namhaften Herstellern von Hardware. Die dafür eigens in GeCOTime integrierte Kommunikations-Software stellt sicher, dass eine Online- Kommunikation gewährlistet ist. Somit können unterschiedliche Terminals unterschiedlicher Hersteller gleichzeitig verwendet werden. Das ist z.B. Wünschenswert bei unterschiedlichen Unternehmensstandorten oder bei Umstellungen von Systemen.

Weitere wichtige Partnerschaften pflegt GeCOTime mit Lieferanten von RFID-Medien, also Schlüsselanhänger, Ausweise etc. zur Identifikation am Zeiterfassungsterminal oder am Zutrittsleser. Da es sehr viele unterschiedliche Technologien gibt (Legic, Mifare, HID, Proxy, etc.) und diese teilweise unterschiedlich beschrieben („codiert“) werden ist das Knowhow rund um die RFID Technologie sehr wesentlich.

Pausen während der Arbeitszeit und Zeiterfassung

Automatischer Pausenabzug in der Zeiterfassung

Automatischer Pausenabzug in der Zeiterfassung
Worauf ist zu achten?  

Diese Funktion stellt für viele Nutzer moderner Zeiterfassungssysteme (Dienstgeber und Dienstnehmer) eine große Erleichterung dar, birgt aber auch gewisse Risiken.

Das österreichische Arbeitszeitgesetz (AZG) sieht die Einhaltung von „Ruhepausen“ vor, wenn die Gesamtdauer der Tagesarbeitszeit mehr als 6 Stunden beträgt.  Ruhepause im Sinne des AZG bedeutet, dass die (bezahlte) Arbeitszeit zu unterbrechen ist. Die Unterbrechung muss mindestens 30 Minuten betragen, kann aber in Ausnahmefällen auf bis zu drei Unterbrechungen a´10 Minuten aufgeteilt werden.

In der Praxis wird diese Regelung oft so umgesetzt, dass bei Mitarbeitern mit einer täglichen Arbeitszeitvereinbarung von mehr als 6 Stunden für die Berechnung der täglichen, tatsächlichen Arbeitszeit die gesetzliche Pause automatisch von der Anwesenheitszeit abgezogen wird.

Viele Anbieter von Zeiterfassungssoftware bieten die Möglichkeit Pausen automatisch zu berechnen bzw. diese automatisch von der Anwesenheitszeit abzuziehen. Personen, die ihre Arbeit z.B. um 08:00 beginnen und die Arbeit um 17:00 beenden und dies mit einem Zeiterfassungssystem dokumentieren (stempeln) sind zwar 09:00 Stunden anwesend aber davon werden nur 08:30 Stunden als Arbeitszeit angerechnet.

Werden vom Zeiterfassungsprogramm nur 30 Minuten von der Tages-Anwesenheitszeit abgezogen, ohne Uhrzeit von Pausenbeginn und -ende zu dokumentieren wird die gesetzliche Vorgabe nicht erfüllt, da nicht dokumentiert wird, dass nach 6 Stunden Arbeitszeit eine Ruhepause erfolgt.

Im Sinne des AZG sollte dieser automatische Pausenabzug so erfolgen, dass Beginn und Ende der Pause exakt festgelegt wird und die 30 minütige Pause zu einem Zeitpunkt eingefügt wird, der spätestens 6 Stunden nach Beginn der Arbeitszeit liegt. In der Regel werden durch solche Automatismen sowohl gesetzliche Anforderungen erfüllt als auch die Bedürfnisse der Dienstnehmer und Dienstgeber abgedeckt.

Besonderes Augenmerk ist allerdings auf folgende Fälle zu legen:

  • Soll-Tagesarbeitszeiten ≤ 6 Stunden / Teilzeitmitarbeiter
  • Pausen werden (auch) gestempelt
  • Bezahlte Abwesenheiten ≥ 6 Stunden (Arzt, Dienstgang, Behörden, etc.)

 

Soll-Tagesarbeitszeiten ≤ 6 Stunden:

Wenn das Zeiterfassungsprogramm den automatischen Pausenabzug ermöglicht und auch so genutzt wird, ist darauf zu achten, dass im Zuge des „Tagesabschlusses“ der automatische Pausenabzug nicht zu einer Reduktion der tatsächlichen Arbeitszeit führt. Dies kann v.a. bei Teilzeitmitarbeitern oder an Tagen mit kürzerer Sollarbeitszeit (Freitag) passieren. Ist die Sollzeit z.B. von 08:00 Uhr bis 14:00 definiert und der Mitarbeiter stempelt an diesem Tag Kommen: 08:00; Gehen: 14:15, also Anwesenheit von 06:15, so sollte der Pausenabzug nicht dazu führen, dass die Arbeitszeit um 30 Minuten gekürzt und mit nur 05:45 berechnet wird. Richtig im Sinne des AZG ist das „Auffüllen“ bei einer Anwesenheit von 06:15 Stunden eine Pause von 15 Minuten zu berechnen.

Pausen werden auch gestempelt:

In vielen Betrieben wird die Einhaltung der Pausen so geregelt, dass bei durchgehender Anwesenheit die Pause(n) automatisch abgezogen werden, aber Mitarbeiter, die den Arbeitsort während der Pause verlassen „stempeln“ müssen. Hierbei ist auf folgendes zu achten:

  • Gestempelte Pausen dürfen nicht mit automatischem Abzug addiert werden.
  • Ist die gestempelte Pause < 30 Minuten muss der automatische Abzug die Differenz zu 30 Minuten auffüllen.
  • Beträgt die Arbeitszeit nach der gestempelten Pause > 6 Stunden, aber die Gesamtdauer der Tagesarbeitszeit ist geringer als die maximal zulässige Normalarbeitszeit darf kein zweiter Pausenabzug erfolgen.

 

Abwesenheiten > 6 Stunden (Arzt, Behörden, Dienstgang, etc.)

Wenn im Zeiterfassungssystem eine Abwesenheitsart erfasst wird, die als bezahlte Zeit gerechnet wird, ist zu unterscheiden, ob es sich um eine dienstliche Abwesenheit (also z.B. Dienstgang, Außendienst, etc.)  handelt oder um eine bezahlte Abwesenheit, wie Arztbesuch oder Behördenweg. Im Falle der dienstlichen Abwesenheit ist die Ruhepausenregelung (lt. AZG) zu berücksichtigen und kann im System automatisch berechnet und eingefügt werden, wenn die Tagesarbeitszeit > 6 Std. beträgt. Bei bezahlten Abwesenheiten die > 6 Std. betragen ist die Einhaltung der Ruhepause auch im Sinne des AZG nicht zu berücksichtigen.

Zeiterfassung von Überstunden

Zeiterfassung im Wandel der Zeit

Ist eine Zeiterfassung noch zeitgerecht?

Betrachten wir die Geschichte der Zeiterfassung: Die anfängliche strenge Kontrollfunktion ist der Eigenkontrolle des Mitarbeiters gewichen. Die Zeiterfassung dient heute zur Regelung und Einhaltung der Arbeitszeiten und als Information für den Arbeitnehmer.

Heute hat nahezu jeder schon einmal in einem Unternehmen gearbeitet, welches die Arbeitszeiten mittels Zeiterfassungssystem aufzeichnet, auch weil es gesetzlich vorgeschrieben ist. Man macht sich aber eigentlich keine Gedanken, welch lange Tradition die Zeitaufzeichnung bereits hat.

 

Die Anfänge

Der erste mechanische Vorgänger des heutigen Zeiterfassungsterminals, die erste Stempeluhr, kam im 18. Jahrhundert bei Beamten in Deutschland zum Einsatz. Man sagte den Beamten nach, dass ihre Arbeitsmoral nicht die beste sei. Für eine Kontrolle der Anwesenheitszeit wurde eine spezielle Uhr entwickelt, welche einen „Einwurfschlitz“ hatte. Da musste der Beamte nach dem Eintreffen im Büro eine Art „Personenmarke“ einwerfen. Der innen liegende Behälter war unterteilt und so konnte man die zu spät kommenden Personen identifizieren, da ihre Marken zeitlich bedingt in einem anderen Behälter lagen. Zuspätkommende wurden dann zum Rapport geholt.

 

Wächterkontrolluhr

Die erste mobile Zeiterfassung wurde um 1800 von Johannes Bürk entwickelt. Die Münchner Polizei verwendete so genannte Wächterkontrolluhren für die Aufzeichnung der Rundgänge von Polizisten.

 

Der Arbeiterkontrollapparat

Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Zeiterfassung von der Industrie entdeckt, um die Anwesenheit der Arbeiter zu erfassen. Dafür diente ein System von Nummerntafeln, welches mit Hebeln auf eine umlaufende Papierrolle gedrückt werden konnte. Dies war jedoch wirtschaftlich ein sehr ineffizientes System und konnte sehr einfach vom Mitarbeiter manipuliert werden.

 

International-Recorder

Das Ende des 19. Jahrhunderts kann man als Durchbruch der „Stempeluhr“ sehen. Mit der neuen Erfindung aus New York war es nun möglich, mehrere Zeitstempelungen auf ein Blatt Papier zu drucken. Der International-Recorder ward geboren. Vorreiter war die Firma International Time Recording Co. – welche heute unter dem Namen IBM bekannt ist. Mitte des 20. Jahrhundert verkaufte IBM jedoch sein Stempeluhren Geschäft.

Das Zeiterfassungsterminal

Gegen Ende des 20. Jahrhunderts etablierten sich die ersten elektronischen Zeiterfassungsterminals wie man sie heute kennt. Die Geräte übernahmen auch Teile der Abrechnung direkt am Gerät. Im Laufe der Zeit entstanden viele Terminals aus den unterschiedlichsten Materialien. Einzeilige Monochromanzeigen wichen im Laufe der Zeit dem farbigen Touch Display.

 

Die Zeiterfassung heute

Die digitale Revolution löste auch in der Zeiterfassungswelt eine Veränderung aus. Neben dem klassischen Zeiterfassungsterminals setzen immer mehr Anwender auf mobile Zeiterfassung: mit APPs am Smartphone oder über Browser mit direktem Zugriff auf das Zeiterfassungsprogramm werden Zeiterfassungsbuchungen abgesetzt.

Menschen treffen sich am Flur für ein Meeting

Brauchen Besucher in einem Unternehmen eine Zeiterfassung bzw. Zutrittskontrolle?

Brauchen Besucher in einem Unternehmen eine Zeiterfassung bzw. Zutrittskontrolle?

 

Die zeitliche Planung, die Anwesenheitsdokumentation und die Kontrolle des Besuchers während des Aufenthalts im Unternehmen kann auf unterschiedliche Weise erfolgen:

  • Manuelle Erfassung in Papier-Listen
  • Eigenes Besucherverwaltungsprogramm
  • Zusatzmodul zu anderen Programmen

Professionelle Zeiterfassungs-/ Zutrittsprogramme verfügen über ein Zusatzmodul für Besucherverwaltung. Die Integration einer „Digitalen Besucherverwaltung“ in Bestehende Systeme hat enorme Vorteile.  Am Beispiel der GeCOTime Zeiterfassung:

Verwaltung eines Besucherstammes: Es können die persönlichen und die Firmendaten eines Besuchers erfasst werden, wobei hier zu Beispiel die Identifikation durch einen Personalausweis vermerkt wird.

Zeiterfassung und Zutritt mit GeCOTime kombinieren

Firmendaten:

Besucherstamm Firma

 

In weiterer Folge kann der Besucher auch der Person die besucht wird zugeordnet und ein Besuchsgrund angegeben werden.

Für jeden Besucher kann ein sogenannter Besucherschein oder eine Besucherkarte ausgedruckt und individuell gestaltet werden. Es besteht auch die Möglichkeit für den Besucher ein WLAN – Ticket auszustellen, damit er für den Zeitraum seines Besuches die Möglichkeit einer Internetnutzung  hat.

Unter der Voraussetzung, dass auch eine elektronische Zutrittskontrolle installiert ist, kann man für den Besucher natürlich auch Zutrittskarten für das Firmengelände erstellen, mit welchen der Besucher die entsprechenden freigegeben Türen oder Drehkreuze betreten kann. Hierbei ist es wichtig, dass diese Zutritte nur im Zeitraum des tatsächlichen Besuches gültig sind, das heißt, minutengenaue Überwachung der Türen und Drehkreuze.

Über die Auswertung im Besucherstamm können sowohl die bisherigen als auch die geplanten Besuche der Person überprüft werden.

Besucherverwaltung - Zutrittsvergabe

Es steht natürlich auch ein Kalender zur Verfügung, in welchem man sehr Übersichtlicht die Wochen oder Monate darstellen kann.

Besuchskalender in GeCOTime Ansicht

Alle diese Möglichkeiten stehen bei einer modernen Zeiterfassung mit den entsprechenden Zusatzmodulen zur Verfügung um hier ein korrektes Besuchermanagement aufzubauen, die Verwaltung der Zutritte zum Gelände und die Zuordnung zu den einzelnen Abteilungen oder eigenen Mitarbeitern zu sichern.

Bergpanorama an einem Sonnentag

Urlaubsvorgriff in der Zeiterfassung

Mit Zustimmung des Arbeitsgebers kann vom Mitarbeiter ein Urlaubsvorgriff auf noch nicht erreichte Urlaubsansprüche gemacht werden.

Jeder Mitarbeiter hat in den ersten sechs Monaten einen aliquoten Anspruch auf seinen Jahresurlaub, erst ab dem siebenten Monat besteht der volle Anspruch auf 5 Wochen Urlaub.

Wenn der Arbeitgeber einem längeren Urlaub in den ersten 6 Monaten, oder auch in weiterer Folge einem Urlaub, welcher über seinen 5 wöchigen Anspruch hinausgeht, zustimmt, wird sich der Arbeitgeber durch eine Vereinbarung absichern.

Diese Vereinbarung besteht darin, dass sich der Arbeitnehmer einverstanden erklärt, im Fall eines vorzeitigen Endes des Arbeitsverhältnisses durch berechtigte Entlassung oder unberechtigten vorzeitigen Austritt, das angefallene Urlaubsentgelt zurückzuzahlen ist.

In der elektronischen Zeiterfassung wird der Urlaubsanspruch automatisch, jährlich mit dem Eintrittsdatum gutgeschrieben und daher besteht jederzeit die Möglichkeit den aktuellen Resturlaubsstand abzufragen. Es besteht auch die Möglichkeit, diese Information direkt auf einem Buchungsterminal anzuzeigen, oder auf einem Bildschirm bzw. Drucker auszugeben.

Wenn das Zeiterfassungssystem mit einem Workflow gekoppelt ist, werden hier Grenzwerte hinterlegt, wieweit ein Urlaubsantrag in die Zukunft gestellt werden kann und ob ein Urlaubsvorgriff möglich ist. Wenn ein Urlaubsvorgriff generell ermöglicht wird, muss noch definiert werden, in welchem Ausmaß der Urlaubsvorgriff erlaubt ist.

Über die automatische Benachrichtigung eines Workflow – Urlaubantrages wird der Vorgesetzte Informiert, wie hoch der Resturlaubsstand des Mitarbeiters ist und ob hier ein Vorgriff stattfindet.

Der Vorgesetzte kann natürlich die Automatik des Workflows außer Kraft setzten und entgegen den voreingestellten Wert den Vorgriff auch erweitern oder ablehnen.

Generell besteht kein Rechtsanspruch auf einen Urlaubsvorgriff aber in vielen Firmen wird bis zu einem Ausmaß von 5 Tagen die Möglichkeit eines Vorgriffes eingeräumt.

Bei der Urlaubsrückstellung dürfen aber solche Urlaubsvorgriffe, also negative Resturlaubswerte nicht mit einem negative Wert in die Rückstellung gerechnet werden. In der Zeiterfassung muss daher in der Rückstellungsliste darauf Rücksicht genommen werden, dass hier nur positive Werte berechnet werden.

 

GeCOTime WEGA

Anforderung an ein Zeiterfassungsterminal

Neben dem Design und den technischen Anforderungen (Elektrische und Datentechnische Anschlüsse, Datenübertragung und Sicherheit, etc.) zählen vor allem Funktionen und Bedienerfreundlichkeit zu den Qualitätskriterien eines Terminals für die Zeiterfassung.

Während eine Stempeluhr früher ausschließlich der Erfassung und Dokumentation der „KOMMEN“ und „GEHEN“ Ereignisse diente, bietet ein modernes Zeiterfassungsterminal eine Vielzahl zusätzlicher Möglichkeiten. Deshalb gibt es auch eine große Zahl unterschiedlicher Geräte unterschiedlichster Hersteller.

Hier reicht das Sortiment vom einfachen Eingabeterminal bis zum frei programmierbaren Industrie-PC. Welcher Terminaltyp gewählt werden soll hängt von der Aufgabenstellung ab: Was soll der Anwender am Buchungsterminal machen können?

Geht es ausschließlich um die Erfassung der Anwesenheitszeiten so genügt ein einfaches Terminal. Es werden die Daten zwischenspeichert und 1 mal pro Tag an die Zeiterfassungs-Software übertragen.  Das Terminal verfügt über 1-2 Funktionstasten.

Sollen aber zusätzliche Informationen erfasst werden (Abwesenheiten, Kostenstellen, Projektnummern, etc.) und soll das Terminal auch für Informationen an den Mitarbeiter genutzt werden (Zeitsalden, Urlaubsstände, etc.) und online mit der Software kommunizieren, wird der „einfache“ Terminaltyp nicht ausreichen.

Was sind wichtigsten Kriterien mit den möglichen Optionen:

  • Technische Datenübertragung an den Rechner der Zeiterfassungs-Software
    • RS485 / Serielle Schnittstelle
    • LAN Kabel/Ethernet
    • WLAN
    • Mobilfunk Kommunikation (Daten SIM Karte im Terminal)
  • Kommunikation mit der Zeiterfassungs-Software
    • Terminalhersteller liefert eigene Kommunikations-Software
    • Offenes Datenprotokoll für Einbindung durch den Software Anbieter
    • Proprietäre Kommunikation (Hersteller der SW und des Terminals ist gleich)
  • Spannungsversorgung
    • PoE (Power over Ethernet; = Spannungsversorgung über Netzwerkkabel)
    • Eingebauter Trafo; Direktanschluss an 230V
    • Externer Trafo / Stecker-Netzteil
  • Konfigurations-Optionen (Parameter)
    • Über Tastatureingabe am Terminal
    • Über Hersteller-Software (Parametriersoftware)
    • Über Konfigurationsdatei aus der Zeiterfassungs-Software
  • Anzeige-Display / Eingabeoptionen
    • Anzahl Fixe Funktionstasten-Folientastatur
    • Anzahl Frei belegbare Funktionstasten
    • 10er Tastatur
    • LCD Display
    • Touchscreen mit fixen Feldern
    • Touchscreen mit frei konfigurierbarer Eingabemaske
  • Datenspeicher
    • Speicherplatz für x-Buchungssätze
    • Zusätzlicher Speicherplatz für Stammdaten
      = Volle Funktion auch im Offline Status
  • Anzahl Kartenleser
    • Nur eine Leseroption
    • Option für zusätzlichen Leser (z.B. Barcode für Eingabe von Projekt oder Kostenstellennummern)
  • Kartenleser Technologien
    • Nur LEGIC
    • Nur MIfare
    • Nur HID (oder andere RFID Technologie)
    • RFID Leser mit Konfigurationsoptionen, welcher Typ und welcher Ausweisinhalt gelesen wird
    • Proximity Leser (z.B. Hitag, EM4002)
    • Andre
  • Zusatzrelais
    • Für Anschluss eines Türöffners oder andere Steuerungen
  • Montage / Servicefreundlichkeit
    • Aufputz/Unterputz
    • Montagerahmen / Fixe Schraubverbindung

 

AZG Arbeitszeitgesetz und Zeiterfassung

Durchrechnungszeiträume in der Zeiterfassung

Im Zuge der Flexibilisierung der Arbeitszeit wurden von den Sozialpartnern Durchrechnungszeiträume  definiert und in den einzelnen Kollektivverträgen verankert.

Abhängig vom Kollektivvertrag können unterschiedliche Durchrechnungszeiträume zur Anwendung gebracht werden.

In Abhängigkeit der Länge eines Durchrechnungszeitraumes können die Normalarbeitszeiten einer Woche auf bis zu 60 Stunden erweitert werden. Diese müssen aber im Durchrechnungszeitraum von 13 Wochen ausgeglichen werden.

Wenn man den Durchrechnungszeitraum auf 52 Wochen erweitern möchte, beträgt die maximale Wochenarbeitszeit 45 Stunden Normalarbeitszeit.

In einem Durchrechnungszeitraum sind alle Plusstunden als Mehrarbeit zu bewerten, d.h. die Zuschläge für diese Stunden sind laut Kollektivvertrag zu berechnen.

Falls nach Ablauf eines Durchrechnungszeitraumes positive Mehrarbeitsstunden stehen bleiben, können diese mit einem 50% Zuschlag ausbezahlt werden. In manchen Kollektivverträgen ist auch ein Übertrag in die nächste Durchrechnungsperiode als Alternative vorgesehen.

In der elektronischen Zeiterfassung muss für die Verwendung von Durchrechnungszeiträumen die Möglichkeit bestehen, frei definierbare Konten einzurichten, welche auf die unterschiedlichen Zeiträume eingestellt werden können. In den Wochen, in welchen die durchschnittliche Sollzeit überschritten wird, werden die Stunden auf das Bandbreitenkonto gut geschrieben, in den Wochen mit geringerer Sollzeit kann aus diesem Pool die fehlenden Stunden entnommen werden.

Dieser Abgleich kann im Normalfall automatisch durchgeführt werden, es besteht aber auch die Möglichkeit, die Änderungen manuell durchzuführen.

Ein sehr komfortables Werkzeug für die Planung der langen und kurzen Perioden finden wir in der Personaleinsatzplanung. Die Personaleinsatzplanung kann Wochenweise die Einsatzzeiten der Mitarbeiter vortragen und bei einer direkten Verbindung zur Zeiterfassung werden  diese Planzeiten als Sollzeit übernommen.

Je nach Kollektivvertrag müssen die Änderungen der Sollzeiten 2 – 3 Wochen im Voraus bekanntgegeben werden. Bei kurzfristigen Änderungen können die Mehrarbeitsstunden nicht in das Bandbreitenkonto gerechnet werden, sondern müssen mit dem normalen Überstundenzuschlag verrechnet werden. Die kurzfristige Änderung unterbricht dabei nicht den Durchrechnungszeitraum, sondern wird, sofern die Sollzeitänderung wieder im normalen Vorwarnbereich liegt, auf den voreingestellten Zeitraum als Mehrarbeit gerechnet.