Was versteht man unter dem Arbeitszeitmodell und wie wirkt es sich auf die Zeiterfassung aus?

Arbeitszeitmodell im System der Zeiterfassung

Unter Arbeitszeitmodell im System der Zeiterfassung wird meist etwas gänzlich anderes verstanden, als der Begriff „ARBEITSZEITMODELL“ im allgemeinen Sprachgebrauch vermuten lässt.

Die Arbeitszeiten der Mitarbeiter werden sowohl von kollektiv- als auch von individualrechtlichen Bestimmungen geregelt. Im Rahmen des Dienstvertrages wird mit jedem Mitarbeiter  klar vereinbart zu welchen Zeiten er seine Arbeitsleistung erbringen muss. Diese Vereinbarung wird als die vertragliche Arbeitszeit bzw. Arbeitszeitregelung bezeichnet. Mit der Arbeitszeitregelung werden Sollzeiten bzw. die Rahmenzeiten festgelegt (Sollzeiten gelten für fixe Arbeitszeiten, Rahmenzeiten für Gleitzeitvereinbarung). Dies betrifft  Mitarbeiter mit Vollzeit- und/oder Teilzeitverträgen. Im Zuge der vertraglichen Arbeitszeitregelung wird festgehalten an welchen Wochentagen gearbeitet werden muss und ob für jeden Tag die gleichen Zeitregeln gelten.

Die  Behandlung der Über- oder Unterschreitung von täglicher, wöchentlicher oder monatlicher vereinbarter Arbeitszeit wird durch die vertragliche Arbeitszeitregelung (Individualvertrag, Betriebsvereinbarung) und die gesetzlichen Vorgaben (Arbeitszeitgesetz, Kollektivverträge, etc.) geregelt.

Je nach Art, Branche und Größe des Unternehmens fallen Arbeitszeitregelungen unterschiedlich aus. Wenn z.B. die Betriebszeiten des Arbeitgebers über den gesetzlichen Höchstgrenzen täglicher oder wöchentlicher Arbeitszeiten für Arbeitnehmer liegen, müssen die individuellen Arbeitszeitregelungen klar definiert werden und allfällige Regelungen über Schichtarbeit inkludiert sein.

Eine Mehrzahl österreichischer Unternehmen setzt EDV-gestützte Zeiterfassungssysteme ein mit deren Hilfe nicht nur die Einhaltung der vertraglichen und gesetzlichen Arbeitszeiten kontrolliert und dokumentiert werden sondern auch die Verarbeitung von Abweichungen möglichst automatisiert abgewickelt wird.

Dazu werden im Zeiterfassungssystem Rechenregeln definiert mit deren Hilfe die geforderten Ergebnisse auf Basis der erfassten Daten (Arbeitsbeginn, Arbeitsende, Art und Dauer von Abwesenheiten, etc.) ermittelt werden. Dies erfordert die Definition von ARBEITSZEITMODELLEN.

Das Arbeitszeitmodell im System der Zeiterfassung erfordert die Definition folgender Elemente/Parameter:

  • Wöchentliche Sollarbeitszeit
  • Wochentage an denen gearbeitet werden muss
  • Tägliche Sollarbeitszeit entweder in Stunden oder in Zeitpunkten (von – bis)
  • Zeitarten (Normalarbeitszeit, Mehrarbeitszeit, Überstunden, etc.)
  • Abwesenheitsarten (Urlaub, Krankheit, Arzt, Amtswege, Dienstwege, etc.)
  • Pausenregelungen
  • Zuschläge (als Geldwerte oder %-Sätze)
  • Schichtplan

In den Personal-Stammdaten des Zeiterfassungssystems wird dem Mitarbeiter dieses Arbeitszeitmodell zugeordnet. Die Struktur des Unternehmens bestimmt die Anzahl erforderlicher unterschiedlicher Arbeitszeitmodelle. Selten reicht ein einziges Modell aus um die Arbeitszeiten aller Mitarbeiter zu erfassen und auszuwerten. Oft müssen eine Vielzahl von Modellen definiert werden, in manchen Fällen muss nahezu für jeden Mitarbeiter ein eigenes Modell definiert werden.

Wieweit Arbeitszeitmodelle aus der Kombination von „Untermodellen“, wie z.B. Tagesmodell, Wochenmodell, Schichtmodell gebildet werden hängt von der Flexibilität und Komplexität des Zeiterfassungssystems ab.

 

Zusammenfassung / Summary

Das Arbeitszeitmodell im Sinne der Zeiterfassungslösung ist ein Rechen- und Regelwerk das die vertragliche Arbeitszeitregelung in Verbindung mit gesetzlichen Vorgaben abbildet und Grundlage für die individuelle Auswertung und Bewertung erfasster Arbeits- und Abwesenheitszeiten darstellt.