Zeiterfassumg mit GeCOTime leicht gemacht

Zeiterfassung für Dienstnehmer mit All-In Verträgen

Ein All-In Vertrag bedeutet nicht, dass auf eine Zeiterfassung verzichtet werden kann.

Im Juli 2017 wurde für alle Dienstnehmer des Handels für ganz Österreich ein neuer Kollektivvertrag zwischen Gewerkschaft und Wirtschaftskammer ausverhandelt. Neben vielen Änderungen, die v.a. die Berechnung der Entlohnung betreffen wurde auch das Thema „All-In Verträge“ explizit in den Kollektivvertrag aufgenommen.

Dies ist unter anderem ein Anlass dafür das Thema All-In Verträge in Zusammenhang mit der Zeiterfassung zu behandeln. Unter All-In Vertrag wird allgemein ein Dienstvertrag verstanden, in dem vereinbart wird, dass Dienstnehmern durch Zahlung des vereinbarten Bruttogehalts alle allfälligen Entlohnungen für Mehr- und Überstunden abgegolten werden. Auch wenn das Arbeitszeitgesetzt (AZG) Bestimmungen enthält, die eine legitime All-In Vereinbarung rechtlich in Frage stellen, wird in der Praxis der All-In Vertrag akzeptiert und geduldet.

Einer der Vorteile für Arbeitgeber ist der Ausschluss von Zusatzzahlungen für Mehr- oder Überstunden. Vielfach gehen Arbeitgeber auch davon aus, dass Mitarbeiter mit All-In Verträgen nicht am Zeiterfassungssystem teilnehmen müssen. Dies ist jedoch ein Trugschluss. Einerseits aus arbeitsrechtlicher, aber auch aus kaufmännischer Sicht sollten Mitarbeiter mit All-In Verträgen genauso ihre An- und Abwesenheitszeiten im Zeiterfassungssystem erfassen.

Gemäß AZG sind ausschließlich Führungskräfte mit Handelsrechtlicher Verantwortung, also Geschäftsführer, Vorstände und leitende Angestellte mit erweiterten Befugnissen (z.B. Prokuristen) von den Bestimmungen des AZG ausgeschlossen. Für alle anderen Beschäftigten hat der Arbeitgeber Aufzeichnungen über die Arbeitszeiten zu führen, egal, ob im Dienstvertrag Überstundenpauschalen oder All-In Klauseln vereinbart wurden.

Dienstnehmer mit All-In Verträgen haben zwar keinen Anspruch auf Auszahlung von Mehr- oder Überstunden, wenn sie die kollektivvertraglich vereinbarte Tages- oder Wochenarbeitszeitgrenze überschreiten, aber sie haben die Verpflichtung zur Leistung der vereinbarten Mindestarbeitszeit. Alleine dafür sollte der Dienstgeber auf das Instrument der Zeiterfassung nicht verzichten.

Bekanntlich werden im Zeiterfassungssystem nicht nur die Anwesenheitszeiten oder Arbeitszeiten erfasst sondern auch Abwesenheiten, wie Krankenstände, Urlaube, Arzt-, Behördenwege und ähnliches. Auch elektronische Anträge und Genehmigungen von Abwesenheiten (Urlaub, Dienstreisen, etc.) werden sehr oft über das Zeiterfassungsprogramm als Workflow abgewickelt. Davon sollten All-In Mitarbeiter nicht ausgeschlossen werden.

Der eingangs erwähnte neue Kollektivvertrag für Beschäftigte im Handel sieht vor, dass das Entgelt für Mitarbeiter mit All-In Verträgen in ein Basiseinkommen und einen Betrag für Abgeltung allenfalls zu leistender Überstunden in einem bezifferten Ausmaß aufzuteilen ist. Also wird auch hier ein Nachweis erforderlich sein, dass die tatsächliche Arbeitszeit nicht über die im All-In Vertrag vereinbarte Anzahl von Überstunden hinausgeht.