Datafox-EVO4.3-01

Arbeitszeiterfassung – Leistungserfassung

Durch den Einsatz eines Zeiterfassungssystems alleine kann die Arbeitsleistung eines Mitarbeiters nicht gemessen werden. Wird in einer Dienstvereinbarung ein messbares Leistungsziel vereinbart kann dadurch aber nicht die gesetzlich vorgegebene Regelung betreffend Arbeitszeiten außer Kraft gesetzt werden.

„Sie werden hier nicht fürs Herumsitzen bezahlt“ ist eine oft zitierte Aussage eines Vorgesetzten, wenn er mit der Leistung eines Mitarbeiters nicht zufrieden ist.

Auf Basis dieses Zitats wehren sich viele Arbeitgeber gegen ein Zeiterfassungs-System. Bestärkt wird diese Einstellung oft dann, wenn es Mitarbeiter mit sogenannten All-In Verträgen betrifft, also Gehaltsvereinbarungen, die die Bezahlung allenfalls zu leistender Mehr- oder Überstunden inkludieren.

Sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer sollten sich darüber im Klaren sein, dass eine Erfüllung der gegenseitigen Verpflichtungen durch Einsatz entsprechender Systeme dokumentiert werden soll. Gehaltszahlungen erfolgen durch Banküberweisungen. Damit ist zumindest für den Arbeitgeber die Erfüllung seiner Pflicht zur Leistung eines Entgelts dokumentiert. Ein Zeiterfassungssystem kann für den Arbeitnehmer eine Dokumentation seiner Pflichterfüllung sein. Aber was passiert, wenn ein entsprechend gefasster Dienstvertrag die Erfüllung klar gestellter Aufgaben und Ziele als Grundlage für eine Entlohnung vorsieht?

Ein gutes Zeiterfassungs-System kann mehr als nur Arbeitszeiten und Abwesenheiten erfassen und verwalten. Viele Systeme haben Module und Funktionen mit denen Arbeitszeiten auch um Qualitätsdaten ergänzt werden können. Wenn das Zeiterfassungsprogramm auch dafür eingesetzt wird um zu ermitteln für welches Projekt oder welche Kostenstelle oder Auftrag die Mitarbeiter wie lange gearbeitet haben können zusätzliche Informationen im System erfasst und ausgewertet werden. Z.B. kann in der Projektzeiterfassung die Anzahl weiter verrechneter Stunden eingegeben werden um die Produktivität eines Mitarbeiters bewerten zu können oder bei einer Auftragszeiterfassung können produzierte Mengen und verbrauchte Materialen im System verarbeitet werden.

Natürlich gibt es eine große Zahl von Berufen und Tätigkeiten bei denen ein erweitertes Zeiterfassungssystem nicht für die Messung der Arbeitsleistung oder -Qualität genutzt werden kann. Viele Ziele sind so definiert, dass die Definition und Kontrolle nicht mit Zeiterfassungs-Softwareprogrammen vorgenommen werden kann. In diesen Fällen sollten sich aber Arbeitgeber und Arbeitnehmer im Klaren sein, dass die Erfassung und Dokumentation der Arbeitszeiten im Arbeitszeitgesetz vorgeschrieben sind. Dienstverträge mit noch so gut formulierten Leistungs-Zielen können die Zeiterfassung nicht ersetzen.

Wird in einem Dienstvertrag das Leistungs-Ziel und die Entlohnung so formuliert, dass eine Zeiterfassung völlig überflüssig ist bedeutet das arbeits- und sozialrechtlich eigentlich einen Werkvertrag. Ein expliziter Verzicht auf die Zeiterfassung könnte hier im Streitfall als in Indiz für das Vorliegen eines Werksvertrages liefern.

Resümee: Auch leistungsorientierte Entlohnung sollte immer in Verbindung mit einer Arbeitszeiterfassung gesehen werden.