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Arbeitszeiterfassung – Anwesenheitszeiterfassung

Während Stech- und Stempeluhren nur die Anwesenheitszeiten erfassen können sind moderne Zeiterfassungssysteme in der Lage neben der reinen Anwesenheit auch die tatsächliche Arbeitszeit zu erfassen, auch wenn diese z.B. nicht am Dienstort erbracht wird.

Die Arbeitszeit wird im Rahmen des Österreichischen Arbeitsrechts sehr klar definiert (Arbeitszeitgesetz-AZG §2). Auch die Aufzeichnungspflicht des Arbeitgebers über die geleisteten „Arbeitsstunden“ der Mitarbeiter ist gesetzlich verankert (AZG §26).

Dennoch kommt es immer wieder zu Missverständnissen bei der Bedeutung der Begriffe „Arbeitszeit“ und „Anwesenheitszeit“. Dies rührt auch daher, dass oft Geräte oder Systeme, die zur Aufzeichnung der Arbeitszeiten eingesetzt werden als „Anwesenheitszeiterfassung“ bezeichnet werden. Ursache dafür liegt auch in der Historie dieser Systeme, die mit dem Einsatz von mechanischen Stech- und Stempeluhren begonnen hat. Mechanische Zeiterfassungs-Systeme sind zwangsläufig auf die Erfassung der Anwesenheitszeiten beschränkt.

Ein modernes Zeiterfassungs-System darf natürlich nicht auf die Erfassung der Anwesenheitszeiten beschränkt sein. Um den komplexen Anforderungen des Österreichischen Arbeitsrechts zu entsprechen muss eine Zeiterfassung in der Lage sein alle Arten der Arbeitszeit erfassen und auswerten zu können.

Im AZG wird explizit angeführt, dass Arbeitszeit nicht an die Anwesenheit am Dienstort gebunden ist. Auch die Verrichtung von dienstlicher Arbeit z.B. am Wohnort des Dienstnehmers zählt zur Arbeitszeit (AZG §2.2). Darüber hinaus beschreib das AZG auch Zeitarten wie Reisezeiten oder Bereitschaftszeiten, die per Definition keine Anwesenheitszeiten sein können. Umgekehrt ist aber auch der Begriff der Pause so definiert, dass dieser zwar die Arbeitszeit unterbricht, aber nicht notwendigerweise mit der Unterbrechung der Anwesenheitszeit in Verbindung steht.

Im Zeitalter der WEB-Technologien, Rundumvernetzung und Smartphones können mit einem entsprechenden System heute alle Arten der Arbeitszeit, auch außerhalb des Dienstortes erfasst und ausgewertet werden.

Eine leistungsfähige Zeiterfassung muss natürlich auch in Lage sein betrieblich relevante Abwesenheiten wie Urlaub, Arztbesuche, Dienstwege, etc. zu erfassen. Das Zeiterfassungssystem muss planbare Abwesenheiten (z.B. Urlaub) auch für Zeiträume in der Zukunft erfassen auf Plausibilität prüfen können.

Der richtige Begriff eines modernen Zeiterfassungs-Systems sollte daher nicht Anwesenheitszeiterfassung sondern eigentlich Arbeits- und Abwesenheitszeiterfassung lauten.